The Jog IV (21K) – On top of the world


Horgenberg
Horgenberg

Howdy Fitness-Family!

Ich hoffe, ihr habt alle ein schönes und erholsames Wochenende verbracht und hattet Zeit zum Trainieren.

Das Wetter war am Sonntag, 01.06.2015 wieder mal perfekt: Strahlender Sonnenschein und ca. 23 Grad warm.

Wir waren den ganzen Nachmittagim Garten und haben unsere Gemüse-Setzlinge gepflanzt. Anschliessend mussten wir wieder mal unsere Kleiderschränke ausmisten. Schatzilein wollte das so. Was will man machen?

Gegen 16.30 Uhr, als dann endlich alles erledigt war, was Schatzi uns aufgetragen hatte, kam ich doch noch zu meinem sonntäglichen „Jog“. So stürzte ich mich in meine Jogging-Ausrüstung und wollte schon abschleichen, als mir noch auf den Weg mitgegeben wurde, ich müsste ja nicht wieder 15 KM joggen.

Ah ja. Ein konkretes Ziel hatte ich ja nicht im Kopf, doch sollten es sicher mehr als 15 KM werden. Vielleicht sogar 20KM? Wäre das überhaupt möglich? Man wusste es nicht. Aber gut zu wissen, dass ich nach all der Hausarbeit jetzt nicht noch über 15 KM joggen „musste“. 😉

Die Richtung war schon mal gesetzt. Es sollte wieder in Richtung Horgenberg gehen. So machte ich mich  auf den Weg.  Ich wählte diesmal die Route von Thalwil steil den Höhenweg hoch in den Etzliberg, dann über den Brand, um dann den abenteuerlichen Weg über den Zimmerberg zu nehmen. Immer der Autobahn entlang. Diesmal wollte ich mich nicht verlaufen.

Ich hatte einen guten Start und fühlte mich fit für ein ordentliches Training. Nach ca. 6 KM war ich warm und das joggen ging wie von selbst.

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Horgenberg: Endlich wieder da!

In Horgenberg angekommen machte ich mich gleich wieder auf den Weg zu meiner Route vom „The Jog III„. Ich war gerade kurz vor der kleinen Kreuzung angekommen, an der mich der Wald bei meinem letzten Jog wieder hergegeben hatte, als mir zwei alte Bekannte entgegenkamen: Die zwei Reiter, die ihre Pferde spazieren führten. Das Wiedersehen war eine echte Freude und ich musste den beiden einfach erzählen, wie ich mich nach unserer letzten Begegnung gleich nochmals verlaufen hatte. Sie freuten sich, dass ich heil wieder nach Hause gefunden habe. Ich musste weiter.

Auf dem Feldweg entdeckte ich einen Wegweiser: „Hirzel: 1 Std.“ Hirzel ist das nächste Dörfchen in Laufrichtung. Noch eine Stunde bis nach Hirzel war mir zu lang. Ich war mir nicht sicher, ob ich in diesem steilen Gelände schneller joggen könnte als Wanderer wandern könnten. Aufgeben konnte ich nicht. Ich wollte es wissen und ging weiter in Richtung Hirzel.

Die Sonne klatschte mir auf die Stirne. Mein Baseball-Cap konnte ich nicht mehr tragen, der Hitzestau unter der Mütze hätte mir den Rest gegeben. Ich fürchtete, ich könnte hier oben, so nah der Sonne, verbrennen. Der Schweiss lief mir in Bächen runter. Ich hatte nichts zu trinken dabei. Das muss so eins. Ist eben härter ohne Getränke und Verpflegung. 😉

Unter einer Linde am Dorf-Ausgang dann die Rettung: Ein Brunnen! WAAAASSSEEEERRRR!!!

WP_20150531_17_25_13_ProIch habe nicht mehr gewusst, wie unglaublich gut frisches, klares Brunnenwasser schmecken kann.

In der Sommerhitze, verloren in der Abgeschiedenheit, erschöpft und dehydriert einen Brunnen zu finden, ist wohl das höchste aller Gefühle, das ich seit langer Zeit erleben durfte.

Danke dafür. Vielen herzlichen Dank, Horgenberg!

Doch viel trinken konnte ich nicht. Ich hätte das ganze Wasser danach den Berg hochtragen müssen. So musste ich mich darauf verlassen, dass in jedem noch so kleinen Weiler ein Brunnen vorzufinden sei.

Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

An der Kreuzung neben dem Brunnen waren wieder Wegweiser angebracht. Ich wurde vor die Wahl gestellt, der Berg-Strasse zu folgen oder direkt den steilen Eschlitürweg in Richtung Hirzel zu nehmen. Strassen sind nicht so meins. Ich entschied mich deshalb für die steile Variante. Der Eschtürliweg zog sich hin und wurde dabei immer steiler. Die Sonne brannte wieder unerbittlich auf mich nieder. Die Aussicht war phänomenal. Ich konnte die Alpen sehen, die Innerschweiz überblicken, auf der anderen Seite den ganzen Zürichsee und den Pfannenstiel. Traumhaft! Und nur noch vereinzelte Bauernhöfe und kleine abgeschiedene Weiler. Fernab der Zivilisation. Keine Menschen, keine Autos, kein Lärm. Ich alleine in der Natur. Über mir ein singender Milan. So will ich leben! Das ist meine Schweiz!

Danach ging es wieder sanft bergab, vorbei an Kühen, direkt nach Hirzel und dann über asphaltierte Landstrassen zurück in Richtung Horgenberg-Weiher.

Meine Füsse begannen wieder zu schmerzen, ich spürte meine Knie wieder und meiner Schläfen pochten wegen der ewigen Hitze, der ewigen Sonne und aufgrund der andauernden Dehydration. Ich hatte schon zu lange keinen Brunnen mehr gesehen. Hatte ich mich vielleicht geirrt? Steht nicht in jedem Weiler irgendwo ein Brunnen? Würde es noch bis zum nächsten Brunnen reichen?

Nach dem langen Abstieg kam ich im hintersten Weiler von Horgenberg an. Am Ortseingang, etwas versteckt in einem Seitengässchen entdeckte ich meinen Retter: Einen Brunnen! Liebliches Geplätscher, tanzende Wassertröpfchen und ein hübsches Hinweisschildchen…

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Horgenberg: Kein Trinkwasser!

…Oh! Kein Trinkwasser??? Wie jetzt? Ich bin doch immer noch in der Schweiz? Gibt’s hier Brunnen, aus denen „Kein Trinkwasser“ fliesst? Ach was, nur den einen hier in Horgenberg? …wie schön. 😦

Also schnell weiter, durstig in Richtung Horgenberg-Weiher. Und siehe da: Nach nur wenigen Metern ein weiterer Brunnen, versteckt hinter einem Mountain-Bike (?). Da hat sich jemand einen guten Abstellplatz für sein Bike ausgewählt. Ich schaute genau, ob da nicht irgendwo ein Schildchen angebracht sei. Aber nein, das Schicksal war mit mir. Ich verrenkte mich um das schmutzige Bike und netze meine Zunge mit dem mickrigen, kalten Rinnsal etwas an. Hier hätte ich während dem Trinken verdursten können. Aber ich war wieder leicht erfrischt und nahm den Abstieg zum Horgenberg-Weiher.

Auf dem Fussweg um den Weiher wehte mir der Duft frischen, brutzelnden Grillguts entgegen und ich sah zufriedene Familien beim Spielen, Essen und Trinken. Hübsch war’s da. Doch ich wollte nur noch nach Hause zu den Meinen. Es war schon nach 18 Uhr.

Horgenberg: Der Erlöser-Brunnen beim Vita Parcous Parkplatz
Horgenberg: Der Erlöser-Brunnen beim Vita Parcous Parkplatz

Beim Parkplatz beim Vita Parcours erwartete mich eine schöne Überraschung: Ein Brunnen! Mein Erlöser-Brunnen! Frei zugänglich und mit richtig viel frischem Wasser.

Hier konnte ich mich richtig volllaufen lassen und meine Kopf unter dem eiskalten Wasserstrahl abkühlen.

Herrlich! Nun fülte ich mich wieder wie neu geboren und energetisch genug, auf dem Rückweg ordentlich auf die Tube zu drücken.

Auf dem Nachhause-Weg sputete ich mich. Ich wählte wieder die Route möglichst nahe der Autobahn entlang, um auf dem schnellsten Weg nach Thalwil zu gelangen.

Der kleine Trampelpfad war sehr eng, mit Wurzeln überwuchert und mit spitzigen Steinen gespickt und teilweise fast zugewachsen.

Kaum in Thalwil angelangt, checkte ich kurz mein Handy und sah, dass ich gesucht wurde. Mein Rückruf verebbte auf der Combox. Aber ich war ja schon fast zu Hause.

Ganz überraschend entdeckte ich dann noch den höchsten Punkt von Thalwil. Ich habe nicht gewusst, dass das es den gibt bzw. dass dieser markiert sei. Und ich bin sicher, es weiss auch sonst niemand davon. Darum hier noch der Fotobeweis:

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Thalwil: Höchster Punkt auf 589.05 Meter über Meer (Amtiche Vermessung 1912-2012 – Die waren aber lang am Messen.)

So kam ich nach 19 Uhr endlich wieder zu Hause an. Meine Süsseste sprang gleich an mein Bein und wollte mich nicht mehr loslassen. Meine Teuersten waren schon beim Nachessen. Schatzi war sehr still.

Insgesamt war ich 2 Std. 20 Min. auf sehr schwierigem Terrain unterwegs. Das Training hat mich sehr stark gefordert.

Wie ihr bestimmt bemerkt habt, ist mein Nokia Lumia 1020 wieder einsatztauglich.

Der Polar Flow-Service ist seit Tagen down! (@polarglobal) Gestern Abend, 21.54 Uhr konnte man wieder online gehen, aber meine Trainings-Daten scheinen alle weg zu sein… *sehr sehr schwache Leistung, Jungs!*

Heute Dienstag, 02.06.2015 um 21.33 Uhr funktioniert die Synchronisierung endlich wieder.

Ergebnisse:
Totale Trainingszeit: 2:20:53 (+62%)
Zurückgelegte Distanz: 21.22 KM (+39%)
Höhenmeter: 415 Meter
Durchschnittliche HF: 157 BPM (-6)
Verbrannte Kalorien: 1’986 KCAL

Running Index: 50 / Sehr gut  (+2)

Aaaah! Mein Running Index hat sich nochmals verbessert! Balsam für die Seele! 😉

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Equipment:
Gadgets: Polar V800
Schuhe: Brooks Ghost 6
Kleidung: Nike Running

Das Training war wieder spitze! Ich hatte riesigen Spass und hätte den ganzen Abend durchrennen können. Noch ein Hügel! Noch ein letzte Hügel! 😉

Die Knie fühlten sich nach der Rückkehr in Ordnung an, die Füsse waren aber wieder plattgewalzt.

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Mein Bewegungs-Tagesziel war damit auch wieder zu 441 % erreicht.

Hier kannst du mein Workout nacherleben: https://flow.polar.com/training/relive/99496870

– Nachtrag vom Montag, 01.06.2015:
Autsch! Meine Knie! Es war wohl wieder zu viel. Ich weiss, aber ich kann einfach nicht anders… *sniff*

– Nachtrag vom Dienstag, 02.06.2015:
Wow! Meine Knie erholen sich schneller als letztes Mal. 😉

Fazit:

  • Ich hab wieder mal übertrieben. Meine Knie halten das noch nicht aus.
  • 2 Std. 20 Min. rennen ist nicht familientauglich. Wer niemanden zu Hause hat, mag sich das gönnen, aber mit Frau und schreienden Kindern (oder noch besser mit schreiender Frau und schreienden Kindern) zu Hause kann man sich nicht für so lange verabschieden. Auf die Dauer werde ich nicht mehr so lange rennen können.
  • Vielleicht ist es doch besser bei den Home Workouts zu bleiben.
  • Kürzere HIIT-Trainings möchte ich aber auch mal probieren.

Ich wünsche euch allen einen schönen und erholsamen Abend!

Geht raus und rennt! Rennt um euer Leben!

Get your ass up!

Euer Malick

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11 Kommentare Gib deinen ab

  1. Hatte heute eine Mail von Polar, dass sie mit irgendwelchen Umstellungsarbeiten fertig sind und man eine neue Version des Sync-Tools laden müsse. Vielleicht hilft das? Ich habe es noch nicht ausprobiert.

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    1. Hi Belana!
      Oh wow! Vielen Dank für die Info!
      Ich hab nix erhalten.
      Arbeitest Du auch mit Windows und Windosw Phone? Für Windows Phone gibt’s noch nicht mal eine App.
      Liebe Grüsse
      Malick

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      1. Nee, ganz altertümlich über den PC. Werde heute Nachmittag mal wieder Syncen. Dann sag ich Bescheid, ob noch alles da ist.

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      2. Ok, wie bei mir! 😉 Die Daten sind wieder da. Die waren nur vorgestern Abend vorübergehend weg. LG, Malick

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      3. Na, dann ist ja alles bestens. Viele Grüße Belana

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  2. Fettnapftante sagt:

    Über 20 KM, Malick du Tier 🙂
    Das ist echt bewundernswert ..

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  3. Jose B Bueno sagt:

    Respekt. Da hast du ein echt strammes Training hinter dir.

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    1. Danke danke! Hat aber sehr viel Spass gemacht! 😉

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