The Jog IX (21K) – Der Tiger ist erwacht


Howdy FitFam

Nach meinem „Herz-Kreislauf-Training II“ vom Donnerstag, 24.03.2016 hatte ich mich sehr schnell erholt. Am Karfreitag, 25.03.2016 fühlte ich mich wieder pudelwohl und willig, noch etwas Bewegung anzuhängen.

Das Setting war perfekt. Karfreitag war noch unverplant und sollte als Ruhetag vor dem grossen Oster-Feier-Sturm herhalten. Ideal für einen Longjog, mit drei anschliessenden Erholungstagen. Nur das Wetter wollte nicht mitspielen. Es war kalt, regnete und war stürmisch.

Ich fragte mein Schatzilein, ob ich während der Mittags-Schlafzeit zu einem längeren Jog aufbrechen dürfte. Schatzilein war einverstanden. Einzige Bedingung: „Du musst ja nicht gleich wieder zweieinhalb Stunden laufen gehen!“

*Flashback*

Zweieinhalb Stunden? Ich doch nicht! Letztes mal benötigte ich für die 21 KM ja nur 2:04:35! Und diesmal wollte ich die Zwei-Stunden-Marke knacken! 😉

Da meine Handy-Kamera schon wieder nicht mehr funktioniert, ich aber unbedingt wieder einmal Bilder während meinem Lauf schiessen wollte, entschied ich mich, mein CamelBak Classic Hydration Pack zu Hause zu lassen und mein kleines Lauf-Rucksäckchen mitzunehmen, befüllt mit einem Sponser High Energy Bar (Kohlehydrate-Riegel), einer mit Wasser befüllten Bulp-Bottle und meiner Canon Powershow G1X Kamera

 

Los!
Ich joggte alleine durch den Wald. Konnte mein Tempo, ohne Laufpartner, nicht gut einschätzen. Aufgrund der warmen, mehrschichtigen Verpackung konnte ich nur sehr umständlich Blicke auf meine Polar V800 erhaschen. Es fühlte sich aber zügig an.

Ich spürte, dass meine Beine etwas erschöpft waren. Der vorabendliche Lauf war nicht spurlos an mir vorbeigegangen…

In Horgenberg angekommen, ein erster Foto-Stop. Das Wetter hatte sich verschlechtert. Es regnete noch stärker und der Wind bliess mir zügig um die Ohren. Ich versuchte die Kapuze meiner Jacke über meine Baseball-Cap zu ziehen, doch der Wind war zu stark und die Kapuze liess sich im starken Gegenwind nicht fixieren.

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Sturm auf die Eschtürlistrasse/Sturm auf der Eschtürlistrasse
Beim Ansturm auf die Eschtürlistrasse zeichnete sich das Unvermeidliche ab. Ich lief direkt ins Auge eines Unheil bringenden Sturms. Der Himmel verfinsterte sich, wurde pechschwarz, der Wind blies immer stärker, Regen peitschte mir ins Gesicht und die Höchi war in düstere Gewitterwolken gehüllt.

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Würde es Sinn machen, weiterzulaufen? Würde es zu gefährlich werden im Herzen des Sturms? Würde ich vom Blitz getroffen? Gar vom Winde verweht? Fragen über Fragen. Doch wo keine Antworten sind, gibt es nur einen Entscheid. Volle Kraft voraus! Wir werden es erleben!

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Wo bin ich?
Endlich auf der Höchi. Die letzten mich überragenden Bäume stehen wenige Schritte voraus. Danach nur noch wietes, offenes Feld. Schwarze Wolkenfetzen jagten zornig wirbelnd über die Bergspitze. Es war dunkel, kalt, wild. Dichter Nebel. Eine mystische Stimmung. Ich konnte nichts mehr sehen.

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Ich war nun das am höchsten aufragende Objekt weit und breit. Würde sich hier ein Blitz entladen wollen, wäre ich sein einzig mögliches Ziel. Würde ich hier vom Blitz getroffen, niemand könnte mich retten. Niemand würde mich hören. Niemand würde mich sehen. Meine sterblichen Überreste, eine traurige Handvoll Asche, würde vom Wind über den Zürichsee und die Goldküste bis zum Pfannenstil hinüber verblasen werden. Ja vielleicht sogar bis Wetzikon, Krinau oder Roggwil. Wer weiss das schon so genau.

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Eine Pause einzulegen war zu diesem Zeitpunkt keine Option. Vielmehr wollte ich hier nur noch weg. Und zwar so schnell wie nur igendwie möglich.

Ich stürmte so schnell ich nur konnte bergab in Richtung Horgenberg-Weiher.

Glücklich, endlich wieder in der Zivilisation angekommen zu sein. Froh, nicht mehr auf dem nackten Bergrücken dem Sturm ausgeliefert zu sein.

Ich versuchte das Tempo möglichst hoch zu halten. Mein Puls war mir zu diesem Zeitpunkt egal. Nur noch weg hier. Nur noch nach Hause!

Meine Beine waren zu diesem Zeitpunkt schwer und müde. Ich wusste, ich hatte noch ein schwieriges Stück, über den nassen, schlammigen Waldboden, den Zimmerberg entlang, vor mir. Ich hatte zu kämpfen. War erschöpft.

 

Das Ding aus dem Sumpf
Auf dem Zimmerberg war kein Laufen mehr möglich. Vielmehr hoppelte ich von Stein zu Stein, von Wurzelstock zu Wurzelstock und versuchte, den sumpfigen Waldpfad möglichst nicht zu touchieren – meine teuren On Cloudsurfer!!! – um nicht gleich in einer Schlammpfütze zu ertrinken.

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Nach gefühlt unendlich langen 2 Std. 22 Min. 28 Sek. stand ich endlich wieder vor meiner Haustüre.

Ergebnisse:
Totale Trainingszeit: 2:22:289 (+17:53)
Zurückgelegte Distanz: 21.11 KM
Höhenmeter: 425 Meter
Durchschnittliche HF: 161 BPM (-16)
Verbrannte Kalorien: 2’132 KCAL

Running Index: 46 (+/-0)

Training 160325

 

Ich wurde langsamer. Meine Zeit war grottenschlecht. Aber die Bedingungen hätten auch kaum schlechter sein können. Zudem habe ich viele Foto-Pausen eingelegt. Diese dürften durchaus etwa eine Viertelstunde in Anspruch haben.

Equipment:
Gadgets: Polar V800, Catchme Sports Tracker
Schuhe: On Running Cloudsurfer
Kleidung: Nike Running Tights, Nike Longsleeve-Shirt

 

Mein Bewegungs-Tagesziel war damit  bis 17:55 Uhr schon zu 474% erreicht.

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Hier kannst du mein Workout nacherleben: https://flow.polar.com/training/relive/481253081

Dieser Jog war wieder mal sehr cool. Harte Bedingungen schaffen harte Kerle! 😉

Ich konnte zwar meine Zeit nicht wie geplant verbessern, doch bleib mein Puls während dem Lauf insgesamt sehr tief. Teilweise wohl auch wegen den Foto-Stops, aber trotzdem ist das doch sehr erfreulich.

Get your ass up!

Euer Malick

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Respekt bei den Wetteraussichten joggen zu gehen und dann auch noch 21 k durchzuhalten O.o aber hört sich nach einem Abenteuer an und bringt Abwechselung in den Alltag. So eine Art unfreiwilliger Obstacle-Run 😄 Dann hättest du aber die Matschpfützen mitnehmen müssen 😄 hab ein schönes Wochenende. LG Anna

    Gefällt 1 Person

  2. soulrunner74 sagt:

    Hi Malick,

    es geht nicht nur ums schneller sein. Die Zeit die du draußen bist ist es!
    Laufe mit allen Sinnen und steiger dich in kleinen Schritten.
    Laufen ist LEBEN!

    Keep on Soulrunning
    Marco

    Gefällt 1 Person

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